Team Lucas Powerboat Racing

Bootsklassen

Im Motorbootrennsport kennt man eine Vielzahl unterschiedlicher Klassen. Wir möchten uns auf die in Deutschland am meisten verbreiteten Klassen beschränken. Heutzutage werden immer noch viele Inshore-Rennboote aus Bootsbausperrholz gefertigt, da dieses Material einen sehr guten Kompromiss aus Zugfestigkeit, Zähigkeit, Schlagfestigkeit und Material- und Herstellungskosten bietet. Allerdings geht durch die Entwicklung neuer Materialien und Arbeitstechniken der Trend immer mehr zum Bau von Kunststoffbooten. Auch das Team Lucas hat sich dieser Entwicklung im Bootsbau nicht verschlossen und fertigt fast nur noch Kunststoffboote für die Klassen OSY400 und F125.


OSY400
Die Anfangsbuchstaben stehen für: O-"Outboard" (Außenborder), S-"Sport Outboards" (Sport- Außenborder) und Y-"Yamato" (Motorenhersteller), sowie die "400" als Hubraum in Kubikzentimeter. In dieser Bootsklasse ist die Bootskonstruktion nahezu freigestellt. Hauptsächlich werden Proprider, aber auch einige wenige Dreipunkter gefahren. Als Motor ist ein Serienrennmotor der Firma Yamato mit 400 ccm und 33 PS bei 6600 U/min vorgeschrieben. Damit wird im Rennen eine Höchstgeschwindigkeit von ca. 100 km/h erreicht. Als Kraftstoff darf nur handelsübliches Benzin mit einer Beimischung von Schmierstoffen verwendet werden. Zusammen mit dem Fahrer muss das Komplettgewicht mindestens 180 kg betragen. Der Motor darf in keiner Weise verändert werden. Aufgrund der zuverlässigen und relativ preisgünstigen Motoren, sowie Boote und der hohen Leistungsdichte ist diese Klasse bei den Fahrern und Fahrerinnen sehr beliebt. Starterfelder mit 25 und mehr Booten sind bei internationalen Meisterschaften üblich. Die OSY400 gilt allgemein als Einsteigerklasse, ist aber wegen der hohen Leistungsdichte weitaus anspruchsvoller als gedacht. In Japan werden mit den Yamato-Motoren professionelle Rennen gefahren. Ein Berufsrennfahrer muss vor Erteilung einer Lizenz drei Jahre lang eine Rennfahrerschule besuchen. Die Rennen werden in eigens dafür gebauten Stadien abgehalten. Ähnlich wie bei einem Pferderennen kann dann auf die einzelnen Fahrer gewettet werden. An einem normalen Rennwochenende werden dabei üblicherweise mehrere Millionen Yen verwettet. Die gebrauchten Rennmotoren werden dann von Yamato grundüberholt und weltweit an die Amateurrennfahrer weiterverkauft.

O-125/F125, O-250/F250 und O-350/F-350
In diesen Bootsklassen sind Bootskonstruktion und Motor freigestellt. Hauptsächlich werden Proprider gefahren. Die Verwendung eines Katamarans ist nicht zulässig. Der Hubraum ist auf 125 ccm, 250 ccm bzw. 350 ccm begrenzt und die Motoren leisten ca. 45 PS, 95 PS bzw. 130 PS (Hersteller Arens, König, Zimpel, Rossi, Verona, Yamato etc.). Als Kraftstoff wird ein Methanol-Öl-Gemisch verwendet. Lediglich die Rossi-Motoren fahren mit einem Benzin-Öl- Gemisch. Es werden Höchstgeschwindigkeiten von ca. 130 bis 175 km/h erreicht. Die F125, F250 und F350 sind europaweite Rennserien der Klassen O-125, O-250 bzw. O-350. Der Gewinner dieser Serien hat den Status eines Europameisters. Das Mindestgewicht für die Klassen O-250/F250 ist 120 kg/190 kg und für die Klasse O-350/F-350 130 kg/210 kg. Die O- 125 und F125 haben ein Gewichtslimit von 170kg.

O-500 bzw. F500
In dieser Bootsklasse ist als Bootskonstruktion ein Katamaran mit einem Sicherheitscockpit aus Kohlefaser/Glasfaser vorgeschrieben. Der Motor ist freigestellt, aber der Hubraum ist auf 500 ccm begrenzt. Die Motoren leisten ca. 200 PS (König, Rossi, Verona, oder Yamato). Damit wird eine Höchstgeschwindigkeit von ca. 200 km/h erreicht. Als Kraftstoff wird auch hier ein Methanol-Öl-Gemisch verwendet. Die F500 ist identisch mit der O-500. Sie ist jedoch eine europaweite Rennserie bei der auch Preisgelder ausgezahlt werden. Der Gewinner dieser Serie hat den Status eines Europameisters. Das Mindestgewicht für die Klasse O-500 ist 180 kg/260 kg.

 

Formel R1000
In dieser "historischen" Rennbootklasse wird als Bootskonstruktion ein zu einem Sitzboot umgebauter Dreipunkter ohne Sicherheitscockpit verwendet. Die Tatzen dürfen nicht mehr als 60% des Bootskörpers betragen. Es sind nur Boots-, Auto-, oder Motorrad-Vergaser-Motoren als Innenbordmotoren zugelassen, die vor mindestens 10 Jahren gebaut worden sind. Die Motoren leisten ca. 200 PS und sind auf 1000 ccm Hubraum begrenzt. Damit wird eine Höchstgeschwindigkeit von ca. 160 km/h erreicht nd die Rundenzeiten liege im Bereich der F250. Als Kraftstoff darf nur handelsübliches Benzin mit einer Beimischung von Schmierstoffen und einem 10% igem Methanolanteil verwendet werden. Die Formel R1000 ist eine europaweite Rennserie bei der auch Preisgelder ausgezahlt werden. Der Gewinner dieser Serie hat den Status eines Europameisters. Das Mindestgewicht für die Klasse Formula R1000 ist 200 kg/280 kg.

Formel ADAC

In dieser Bootsklasse ist als Bootskonstruktion ein einheitlicher Holz-Katamaran ohne Sicherheitscockpit des dänischen Bootsbauers Molegaard vorgeschrieben. Als Motor ist ein Serienmotor der Marke Tohatsu mit 550 ccm Hubraum verbindlich. Die Motoren leisten ca. 40 PS. Die Formel ADAC ist eine rein deutsche Rennserie und international nicht homologiert.

 

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